12 Punkte die du vor jedem Druck durchführen solltest


Wenn man eine bestimmte Tätigkeit über einen längeren Zeitraum macht, werden viele Handgriffe einfach zur Routine. So auch z.B. die Aufbereitung eines CAD Modells bzw. das Vorbereiten des Druckers für den Druck. Und trotzdem passiert es immer wieder, dass man nach dem Starten des Druckjobs bemerkt, dass man eine Tätigkeit vergessen hat. Manchmal ist das nicht so schlimm und alles läuft glatt, manchmal hat dies aber zur Folge, dass der Druck fehlschlägt oder man den Druck abbrechen muss. Mit den hier vorgestellten 12 Punkten, bist du bestens für den Druck vorbereitet und kannst dir viel Zeit, Material und Ärger ersparen.

  1. Prüfe das CAD Modell auf Fehler.
  2. Teile das CAD Modell, wenn es größer als der Bauraum des Druckers ist.
  3. Platziere das CAD Modell so, dass du möglichst wenig Stützmaterial benötigst.
  4. Verwende die optimalen objektbezogenen Druckeinstellungen (Düsendurchmesser, Schichthöhe, Füllgrad, …)
  5. Konfiguriere die zum Material passenden optimalen Filamenteinstellungen.
  6. Prüfe, ob du genügend Material für den Druckjob vorrätig hast.
  7. Prüfe die Qualität des Filaments und trockne es bei Bedarf.
  8. Prüfe den Zustand der Filamentspule. Achte auf Verknotungen des Filaments.
  9. Kontrolliere den Zustand der Düse. Wechsle diese je nach Zustand, verwendetem Durchmesser und Material.
  10. Prüfe den Drucker auf offensichtliche Beschädigungen.
  11. Reinige/Tausche bei Bedarf die Druckplattform.
  12. Führe von Zeit zu Zeit eine Kalibrierung des Heizbettes durch.

Trotz befolgen dieser 12 Punkte kann dir natürlich niemand garantieren, dass kein Druckjob mehr fehlschlägt oder dass alles problemlos abläuft. Nichtsdestotrotz verringert die Einhaltung diese Punkte das Auftreten von Fehlern oder Problemen während des Drucks. Im folgenden Artikel gehe ich ein wenig näher auf die einzelnen Punkte ein und erkläre, was bei den einzelnen Schritten zu tun ist.

1. Prüfe das CAD Modell auf Fehler

CAD Modelle die du im STL Format von Plattformen wie thingiverse oder der Gleichen herunterlädst oder aus deinem CAD Tool exportierst, können Fehler in der Oberfläche aufweisen. Das passiert entweder wenn beim Exportieren ein Fehler auftritt oder wenn das Modell mit einer zu geringen Auflösung exportiert wird. Dabei wird das für das STL Format typische Netz aus Polygonen nicht richtig erstellt. Das CAD Modell hat plötzlich Löcher, Kanten mit mehreren Verbindungen (non-manifold edges) oder sich überschneidende Flächen (self intersecting faces).

Die gängigsten Slicer bieten standardmäßig Funktionen an, mit denen das Objekt auf Fehler erkannt werden. Manche Slicer führen die Prüfungen und auch Korrekturen automatisch durch, andere wiederum bieten eine Prüfung an, die explizit aufgerufen werden muss. Nicht alle Slicer bieten dabei auch die Möglichkeit einer Reparatur an bzw. wenn diese die Funktion anbieten, ist nicht garantiert, dass diese das Problem auch behebt.

Empfehlenswert ist es daher, wenn man gleich direkt auf spezielle Tools zurückgreift. Hier sind unter anderem die Tools netfabb, Materialise Cloud, MeshMixer oder auch der Microsoft 3D Builder zu nennen. Nicht zu vergessen mein persönlicher Favorit, dieser Cloud STL Reparaturdienst.

2. Teile das CAD Modell, wenn es größer als der Bauraum des Druckers ist

Wenn du ein Modell drucken möchtest, welches größer als der maximale Bauraum deines 3D Druckers ist, dann kannst du versuchen das Model in mehrere Teile aufzuteilen. Das hat den Vorteil, dass du so Teile erstellen kannst, die gegenüber dem Druck des kompletten Modells weniger oder kein Stützmaterial benötigen. Weiters ergeben sich für die einzelnen Segmente kürzere Druckzeiten, was wiederum das Risiko mindert, dass du ein großes Objekt aufgrund eines Fehlers gegen Ende des Drucks in den Mistkübel werfen musst.

Der Nachteil ist, dass du die verschiedenen Teile danach zusammenkleben musst. Dash heißt, diese Methode macht nur dann wirklich Sinn, wenn du entweder das Objekt danach weiterbearbeitest oder die Optik des Gesamtobjekts keine große Rolle spielt.

Um ein Objekt zu teilen, stehen die auch hier verschiedene Möglichkeiten offen. Sofern du das Objekt selbst entwirfst, kannst du den maximalen Bauraum gleich von Anfang an in dein Design einfließen lassen. Damit würdest du eventuell auch Klebestellen vermeiden. Alternativ kannst du entweder auf deinen Slicer zurückgreifen und das Modell so platzieren, dass nur bestimmte Segmente des Objekts gedruckt werden. Wenn du hier jedoch nicht genau arbeitest, kann es zu einer unsauberen bzw. ungleichmäßigen Aufteilung des Objekts kommen.

Eine weitere Möglichkeit ist, wie auch bei der Reparatur des Modells auf spezielle Tools zurückzugreifen. Im Wesentlichen sind es mit netfabb, MeshMixer und dem Microsoft 3D Builder auch nahezu dieselben Tools. Auch hier gibt es sicher noch andere durchaus gute Tools.

3. Platziere das CAD Modell so, dass du möglichst wenig Stützmaterial benötigst

Auf den ersten Blick ist das richtige Platzieren des CAD Modells auf der Druckplattform eher eine formelle Angelegenheit. Doch der Schein trügt. Durch das richtige Platzieren kannst du Zeit und Geld sparen.

Positioniere das Modell so, dass du so wenig Stützmaterial wie möglich und so viel wie nötig verwendest. Je weniger Stützmaterial du verwendest, desto niedriger sind deine Materialkosten. Weiters kannst du durch weniger Stützmaterial auch die Druckzeit teils drastisch verkürzen. Auch nicht unterwähnt bleiben sollte, dass die Oberfläche über dem Stützmaterial meist unsauber gedruckt ist.

So weit so klar! Die wahre Kunst liegt jedoch darin, bei all der Optimierung nicht auf die richtige Ausrichtung des Objekts zu vergessen. Je nachdem wie du das Modell auf der Plattform positionierst, veränderst du die Stabilität des fertigen Objekts. Verlaufen die Schichten nicht so, wie es die spätere Krafteinwirkung auf das Objekt erfordert, bricht das Objekt sehr schnell.

Du solltest also zuerst überlegen, wie und von wo Kräfte auf das Objekt einwirken. Erst dann solltest du versuchen eine möglichst optimierte Position des Modells auf der Plattform zu finden. Manchmal musst man aber auch einfach in Kauf nehmen, dass man nichts optimieren kann.

4. Verwende die optimalen objektbezogenen Druckeinstellungen

Je nachdem, welches Objekt druckst bzw. für welchen Zweck du einen Ausdruck erstellst, lohnt es sich einen Blick auf die Druckeinstellungen für den jeweiligen Druckjob zu werfen.

Wenn du z.B. einen Probedruck erstellst, kannst du ohne Bedenken eine größere Schichtdicke wählen. Die maximale Schichtdicke hängt dabei vom verwendeten Düsendurchmesser ab. Wenn du dich bei der Schichtdicke im Bereich von 70-80% des Düsendurchmessers bewegst, bist du auf der sicheren Seite. Bei Probedrucken bietet sich auch eine geringere Anzahl von oberen oder unteren Schichten an.

Druckst du jedoch ein Objekt, dessen optischer Eindruck ein wesentlicher Punkt ist, dann solltest du eine feinere Schichthöhe wählen und auch die Druckgeschwindigkeit etwas niedriger ansetzen. Achte auch darauf, dass das Objekt oben und unten geschlossen ist. Das erreichst du wiederum mit der entsprechenden Anzahl an oberen und unteren Schichten.

Der Füllgrad ist weitestgehend unabhängig von der restlichen Qualität des Ausdrucks zu sehen. Ob Probedruck oder qualitativ hochwertiger Druck, der Ausdruck muss die nötige Stabilität aufweisen. Nichtsdestotrotz kann man den prozentuellen Füllgrad je nach Einsatzzweck geringfügig variieren.

5. Verwende ein zum Filament passendes Setup

Wenn du ein CAD Modell mit vielen feinen Details drucken möchtest, solltest du natürlich auch eine Düse verwenden, mit der du diese Details in entsprechender Qualität drucken kannst. Hast du wiederum ein Modell, welches sehr groß ist und wenig Details aufweist, kannst du natürlich auf eine Düse mit entsprechend großen Durchmesser zurückgreifen.

Der Vorteil eines größeren Düsendurchmessers ist, dass du damit mehr Material drucken kannst als mit einer dünnen Düse. Als Beispiel, wenn du eine 0,8 mm Düse verwendest, druckst du mit einer Druckkopfbewegung doppelt so viel Material wie mit einer 0,4 mm Düse bzw. ~2,5-mal so viel wie mit einer 0,3 mm Düse.

Aber nicht nur der richtige Düsendurchmesser ist ein wichtiger Bestandteil des passenden Setups. Du solltest natürlich auch die zum Filament passende Düse verwenden. Während du für herkömmliche Materialien wie PLA, ABS oder PET-G Standard Messingdüsen verwenden kannst, solltest du für abrasive Filamente eher zu Düsen aus gehärtetem Stahl oder speziellen Düsen mit Rubinspitze greifen. Der Grund dafür ist sehr simpel. Durch abrasives Filament verschleißen Messingdüsen sehr schnell und das kann bei großen Ausdrucken sehr schnell zu Problem führen. Einen ausführlichen Überblick über den Verschleiß von Düsen findest du in diesem Artikel.

Zu guter Letzt solltest du dann auch noch die Temperatur der Düse sowie die Druckgeschwindigkeit entsprechend dem Filament anpassen. Die optimale Drucktemperatur für das Filament findest du in der Regel entweder auf der Spule oder auf der Verpackung des Filaments. Am besten, du orientierst dich an der unteren Grenze des angegebenen Temperaturbereichs. Das heißt aber auch, dass du dementsprechend eine etwas niedrigere Druckgeschwindigkeit wählen solltest, da das Material nicht schnell genug erhitzt wird. Im schlimmsten Fall führt das zu einer Unterextrusion.

Bedenke aber auch, dass sich der Temperaturbereich des Filaments beim Einsatz von speziellen Düsen teils gravierend (bis zu 30°) nach oben verschiebt. Hier musst du je nach Düse ein wenig herumexperimentieren, um den Sweet Spot zu finden. Eine zu hohe Temperatur kann zu Überextrusion, Verbrennungen am Druckobjekt oder im schlimmsten Fall auch zum Verstopfen der Düse führen.

In meinen empfohlenen Produkten findest du eine Übersicht verschiedener Arten von Düsen zusammengestellt. Dort erfährst du auch, welche Düse du am besten für welches Filament verwenden solltest.

6. Prüfe ob genügend Material für den Druckjob vorhanden ist

Dieser Punkt hört sich sehr trivial an und in den meisten Fällen ist er es auch. Vor allem, wenn du eine neue Spule Filament verwendest. Du verwendest aber mit ziemlicher Sicherheit nicht jedes Mal eine neue Filamentspule, sondern wirst mehrere Drucke mit einer Spule durchführen.

Früher oder später kommt der Zeitpunkt, wo du dir nicht sicher bist, ob du mit dem restlichen Material auf der Spule den aktuellen Druck noch durchführen kannst. Glücklicherweise geben die meisten Slicer nach der Aufbereitung des Modells für den Druck das errechnete Gewicht bzw. die errechnete Länge benötigten Filaments aus. Was du nun benötigst ist das Leergewicht der Spule. Wenn du nicht zum billigsten Filament gegriffen hast, dann erhältst du diese Information auf der Hersteller- oder Verkäuferwebsite. Wenn du eine identische leer Spule hast, dann kannst du diese zur Not auch wiegen.

Restgewicht = Gewicht der Spule mit Material – Gewicht der Leerspule

Wenn du mit deinem berechneten Wert über dem errechneten Wert des Slicers liegst und zusätzlich noch ein wenig Material als Toleranz berücksichtigst, sollte einem erfolgreichen Ausdruck nichts im Wege stehen. Diese Methode ist aber relativ ungenau, da sie sich auf den vom Slicer errechneten Wert stützt. Dieser Wert stützt sich jedoch auf die Angaben zur Materialdichte in der Software. Aber auch diese Information findest du mittlerweile auf sehr vielen Herstellerseiten. Wenn du diese Werte übernimmst, liegst du zwar noch immer nicht zu 100% genau, aber schon um einiges näher.

Alternativ kannst du versuchen die verbleibende Materiallänge mit Hilfe des unten stehenden Formulars zu errechnen. Alles was du zur Berechnung benötigst ist

  • der innere Spulendurchmesser
  • die Anzahl der nebeneinander liegenden Filamentbahnen einer vollen Lage
  • die Anzahl der vollen Lagen mit Filament
  • die Anzahl der nebeneinander liegenden Filamentbahnen auf der obersten angefangenen Lage.

Bei dieser Berechnung wird mit Hilfe des inneren Spulendurchmessers der Umfang der Spule bzw. die Länge einer einzelnen Filamentbahn berechnet. Ausgehend davon wird mit der Anzahl der Bahnen, Anzahl der vollen Lagen und Anzahl der Bahnen der angefangenen Lage die Länge des restlichen Filaments berechnet.


Aber auch durch die Berechnung mit dieser Formel bzw. dem Formular hast du keinen 100% akkuraten Wert, aber immerhin einen etwas genaueren Wert als jenen, den du auf Basis des Gewichts ermittelt hast. Die Abweichung ergibt sich daraus, dass mit jeder zusätzlichen Lage 2 Mal der Filamentdurchmesser zur jeweils darunter liegenden Lage dazu gerechnet werden muss. Diese Funktion kann aber leider mit dem Formular nicht berücksichtigt werden.

7. Prüfe die Qualität des Filaments

Ein weiterer entscheidender Faktor für einen guten Ausdruck ist die Qualität des Filaments. Damit meine ich nicht ausschließlich die Marke bzw. den Hersteller des Filaments, sondern eher die korrekte Lagerung bzw. den Zustand des Filaments.

Falsche Lagerung des Filaments kann sich sehr negativ auf die Qualität des Filaments auswirken. Manche Filamente z.B. PET-G oder PVA nehmen schon nach relativ kurzer Zeit außerhalb der Schutzverpackung Feuchtigkeit aus der Luft auf. Zu viel Feuchtigkeit im Material wirkt sich wiederum negativ auf die Druckqualität aus. Du kannst das Filament jedoch weitestgehend wieder reparieren, indem du es mit einem Filamenttrockner trocknest. Einen kompletten Guide was du bei der Lagerung beachten solltest und wie du Filament wieder einsatzfähig machen kannst, findest du in diesem Post.

Zwei weitere Probleme sind, dass z.B. PLA bei falscher Lagerung spröde wird und dadurch sehr leicht bricht. Im schlechtesten Fall bricht es im Druckkopf und du musst diesen dann komplett auseinandernehmen und reinigen. Auch Staub auf dem Filament kann zum Problem werden. Wenn zu viel Staub in den Druckkopf gelangt, kann das zur Verstopfung der Düse führen. Auch in diesem Fall musst du im Worst Case Teile des Druckkopfs zerlegen und reinigen.

Natürlich spielt letztendlich auch die Qualität, mit welcher das Filament hergestellt wurde, eine Rolle. Je billiger das Filament, desto eher musst du damit rechnen, dass das Filament z.B. keinen konstant einheitlichen Durchmesser hat. Die Abweichungen können teilweise wirklich gravierend sein. Und obwohl dein Ausdruck zu Beginn wirklich gut aussieht, hast du plötzlich mittendrin eine Unter- oder Überextrusion, weil der Durchmesser nicht mehr mit deinen Angabe übereinstimmt.

Der Preis des Filaments ist dabei oft, aber nicht immer das entscheidende Merkmal, ob es sich um ein gutes oder schlechtes Filament handelt. Ich versuche auch Erfahrungsberichte anderer Leute zu berücksichtigen. Meine persönliche Erfahrung ist jedoch, dass du am ehesten auch jenes Filament verwendest, welches der Hersteller deines Druckers empfiehlt. Bei Prusa ist es so, dass diese sowohl Drucker als auch Filament herstellen. Das ist der Optimalfall, denn die Filamenteinstellungen im Slicer sind optimal auf den Drucker abgestimmt und damit erzielst du die besten Ergebnisse. Das heißt aber nicht, dass du nicht auch mit anderem Filament gute oder möglicherweise auch bessere Ergebnisse erzielen kannst.

8. Prüfe den Zustand der Filamentspule

Nicht nur das Filament selbst, sondern auch die Spule bzw. die Wicklung des Filaments kann über einen erfolgreichen oder fehlgeschlagenen Ausdruck entscheiden. Ich habe selbst schon das eine oder andere Mal die Erfahrung machen müssen, dass ein Druck fehlschlägt, weil das Filament nicht (mehr) ordentlich aufgewickelt war.

Es ist dabei irrelevant, ob es bedingt durch den Herstellungsprozess so weit gekommen ist oder weil dir der Filamentfaden aus den Fingern gerutscht ist und sich das Filament dadurch selbständig und unkontrolliert um die Spule gewickelt hat. Fakt ist, dass durch diese Verknotung das Abrollen des Filaments blockiert wird und dann nicht genügend Filament in den Druckkopf gefördert wird. Das Ergebnis ist auch hier wieder im besten Fall lediglich eine Unterextrusion und im schlechtesten Fall eine verstopfte Düse.

9. Kontrolliere den Zustand der Düse

Der Zustand der Düse ist wie die anderen genannten Punkte ein weiteres wichtiges Puzzle Stück für einen erfolgreichen Druck. Du kannst hier sowohl den äußeren als auch den inneren Zustand der Düse kontrollieren.

Bei der äußerlichen Kontrolle führst du mehr oder weniger lediglich eine Sichtprüfung durch. Prüfe dabei, ob Filamentreste auf deiner Düse kleben. Wenn dem so ist, dann heize die Düse auf und entferne die Reste vorsichtig mit einer Pinzette oder einer Spitzzange. Aber Achtung, verbrenne dir dabei nicht die Finger.

Ein weiterer Punkt der optischen Prüfung ist, dass du versuchst Beschädigungen an der Düse selbst zu erkennen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Düse verschlissen wirkt, dann solltest du sie besser wechseln. Woran du erkennen kannst, dass deine Düse verschlissen ist, habe ich in diesem Artikel ausführlich beschrieben. Wie du schnell und einfach eine Düse wechselst, beschreibe ich in dieser Schritt für Schritt Anleitung.

Ok, das Wording „innere Kontrolle“ ist möglicherweise nicht ganz richtig. Konkret ist damit gemeint, dass du durch Zuführen von Filament prüfst, ob der Materialfluss gleichmäßig ist. Wenn der Materialfluss nicht gleichmäßig ist, kann das darauf hindeuten, dass die Düse entweder schon leicht verschlissen ist. In diesem Fall würde der tatsächliche Durchmesser bereits stark vom eigentlichen Durchmesser abweichen.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Düse im inneren bereits leicht verschmutzt ist und sich eine Verstopfung der Düse anbahnt. In diesem Fall könntest du entweder mit Reinigungsfilament oder einem sogenannten Cold Pull die Düse reinigen. Details zur Reinigung findest du in diesem Artikel.

10. Prüfe den Drucker auf offensichtliche Beschädigungen

Natürlich ist auch der Gesamtzustand des Druckers ein wesentlicher Punkt, ob ein Druck erfolgreich ist oder nicht. Daher solltest du vor jedem Druckjob zumindest eine Sichtprüfung auf folgende Punkte durchführen:

  • Gibt es sichtbare Beschädigungen der Isolierung an irgendwelchen Kabeln?
  • Haben sich Kabelbinder oder der Gleichen gelöst, die die Bewegung des Druckers einschränken?
  • Ist der Lüfter bzw. sind etwaige Lüftungsschlitze frei von Verschmutzung?
  • Gibt es Teile, deren Schraubverbindung sich offensichtlich gelöst/gelockert haben?
  • Ist die Druckplattform frei von Verschmutzungen/Beschädigungen (siehe Punkt 11).
  • Ist die Düse frei von Verschmutzungen/Beschädigungen (siehe Punkt 9).

Wenn du bei einem der genannten Punkte Mängel feststellst, solltest du das betroffene Teil ersetzen oder die entsprechende Reparaturmaßnahme durchführen, wie z.B. festziehen der Schrauben oder reinigen des Lüfters.

11. Reinige/Tausche die Druckplattform bei Bedarf

Der Zustand der Druckplattform ist ausschlaggebend dafür, ob ein Druckvorgang erfolgreich ist oder nicht. Dabei geht es aber nicht immer nur darum, ob die Druckplattform beschädigt ist. Auch Verschmutzung kann ein Problem sein.

Bei Dauerdruckplatten können je nach Beschichtung bereits Fingerabdrücke genügen, dass der Druck nicht mehr richtig auf der Oberfläche haftet. Daher ist es notwendig, die Oberfläche regelmäßig zu reinigen. Achte dabei je nach Hersteller und Beschichtung der Druckoberfläche auf die korrekte Art der Reinigung. Eine falsche Reinigung kann zur Beschädigung der Druckoberfläche führen. Oder aber auch dazu, dass sich manche Drucke nicht mehr ohne Beschädigung von der Druckoberfläche lösen lassen.

Wenn die Druckoberfläche, egal ob Klebeband, Glas, Dauerdruckplatte, etc. offensichtliche Beschädigungen aufweist, solltest du die Druckoberfläche erneuern.

12. Führe gelegentlich eine Kalibrierung des Druckbetts durch

Der letzte Schritt ist zwar eher optional zu sehen, sollte aber trotzdem nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Von Zeit zu Zeit solltest du das Druckbett neu kalibrieren. Es ist schwer zu sagen, wann du das machen sollst, da das bis zu einem gewissen Grad auch vom jeweiligen Drucker abhängt.

Manche Leute sagen, sie haben ihren Drucker vor Ewigkeiten einmal kalibriert und seitdem nie wieder. Andere, so wie es mir mit meinem alten Flashforge Dreamer ergangen ist, müssen das Druckbett regelmäßig, z.B. nach allen 3-4 Ausdrucken neu kalibrieren.

Woran kannst du erkennen, dass du neu kalibrieren solltest? Sie dir das am besten einfach die unterste Schicht deines letzten Ausdrucks an. Wenn du den Eindruck hast, dass die unterste Schicht nach außen gequetscht wird, man spricht hier vom Elefantenfuß, dann ist die Düse zu nah an der Druckoberfläche. Im schlimmsten Fall kann die Düse sogar so nah sein, dass nahezu kein Material mehr aus der Düse extrudiert werden kann.

Kannst du hingegen auf der untersten Schicht die einzelnen Bahnen klar und deutlich erkennen und es scheint, als ob sich diese nicht berühren, dann ist die Düse zu weit von der Druckplattform entfernt. Im schlimmsten Fall kann es sogar so sein, dass sich die unterste Bahn vom Objekt ablösen lässt oder bereits während des Drucks nicht mehr auf dem Druckbett haftet.

In beiden Fällen solltest du dringend eine Kalibrierung des Druckbetts durchführen. Und auch sonst schadet es nicht, wenn du von Zeit zu Zeit einmal eine Kalibrierungsdruck ausdruckst. Manche Druckerhersteller, haben diese Funktion in Ihrer Firmware integriert und de Kalibrierungsdruck lässt sich direkt über das Menü des Druckers aufrufen. Alternativ findest du z.B. auf thingiverse zahlreiche Vorlagen für eine Druckbettkalibrierung.

Fazit

Ja, ich geben zu, auf den ersten Blick wirkt diese Liste sehr umfangreich. Wenn du dir jedoch bei einem durchschnittlichen Druckjob von ca. 3h oder mehr, vorab ärger ersparen kannst, weil du zuvor z.B. einen technischen Mangel behoben hast oder einfach, weil du durch den Einsatz eine richtigen Düse ein oder zwei Stunden an Druckzeit einsparen konntest, dann hat sich der Aufwand allemal gelohnt. Und du wirst sehen, dass diese Punkte sehr rasch zur Routine werden und gar nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie es scheint.

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